Like birds on a wire…

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Ein Drahtseilakt… so waren die letzten Tage und Wochen. Eigentlich könnte alles gut sein, die Kinder sind groß und sind mehrheitlich an Universitäten unterwegs, ich habe seit einiger Zeit den Arbeitsvertrag in der Tasche, den ich gern haben wollte und auch sonst ist alles relativ entspannt. Wäre da nicht…

Ich schlage zur Abendbrotzeit auf und weil ich die Hälfte der Brote esse, wird ihr Teller tatsächlich leer. Dann gehen wir ins andere Haus nach oben zu dem Zimmer, dass sie nicht kennt. Ich mache die Tür auf, dort sitzt Pauls altgedienter Hasi auf dem Bett und wird begrüßt mit “Ach, Hasi ist ja schon hier” gefolgt von dem Satz “Hier war ich aber schon mal”. Ja klar, seit ein paar Wochen ist sie jeden Tag und jeden Abend dort, wo ich Fotos von uns übers Bett geklebt habe und wo im Garten der Koiteich ist.

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Dann beantworte ich sicher zum 10. mal die Frage, wo ich denn jetzt herkomme, schalte den Fernseher an und warte aufs Sandmännchen. Ich frage nicht mehr, was tagsüber so passiert ist – solche Fragen muss ich woanders stellen, um eine Antwort zu bekommen. Und nach dem Sandmännchen mache ich mich auf den Weg Nachhause, wo der Mann mit dem fertigen Essen wartet.
“Kocht D. jeden Abend?” – “Ja klar, der ist doch immer eher da als ich.” – “Und der kann das wohl?” – “Ja, weißt Du nicht mehr, wer zu Weihnachten die Gans gebraten hat?” – “Ach ja. Das ist aber praktisch.”
Ich verabschiede mich immer mit dem Worten “Bis morgen oder übermorgen, mal sehen, wann ich Feierabend machen kann.” und gehe zur Tür. Der Fernseher läuft und sie guckt mir hinterher wie ein Kind, dass im Kindergarten bleiben muss und überhaupt nicht versteht, warum es nicht mitgehen darf. Weiterlesen

2002 war die Welt noch in Ordnung…
2002
Und weil ich gerade auf einen Beitrag von 2012 hingewiesen wurde: ich könnte Teile davon heute wiederholen. Mitte Januar wurde ich am Kiefer operiert, nachdem ich das wild entschlossen seit April 2014 vor mir hergeschoben habe. Ich hatte wirklich keine Zeit, einen längeren Krankenschein einzutakten und ich hatte gehörig Schiß, klar. Ziemlich leichtsinnig, das… aber nach 3 Wochen mit Antibiotika scheint soweit alles im Lot zu sein.

Momentan jedenfalls… zum Kranksein (14 Tage waren mindestens angedacht) hatte ich wieder keine Zeit. Ich bin zwar eine Woche nicht arbeiten gegangen, aber einen Tag vor der Operation eskalierte die Situation an anderer Stelle.
Ich musste rund um die Uhr agieren und organisieren, unter Tabletten und mit Fieber. Um wenigstens etwas Ruhe zu bekommen, habe ich die Krankschreibung um eine Woche verkürzt. Ich wäre verrückt geworden, wenn ich nicht meine Kollegen als festen Fluchtpunkt gehabt hätte. Jetzt sortieren wir irgendwie unsere Abläufe neu, denn nicht von allem, was da passierte, ist je rückgängig zu machen.

RIP – Udo Jürgens

Zum Abend des 4. Advent geistert die Meldung von Udo Jürgens Tod durch die Medien. Vor einem Monat noch stand er hier in Leipzig auf der Bühne mit “Mitten im Leben”. Ich wurde 1966 geboren und Udo gewann 1966 mit ‘Merci, Chérie’ den Eurovision Song Contest.

Eisblumen
Aus “Es werde Licht – Meine Winter und Weihnachtslieder” von Udo Jürgens

[…]
Manchmal dauerts viele Winter,
Doch dann wird ein Traum von früher wahr,
Und die Eisblumen am Fenster,
Die sind dann wieder da!

Und die Wunder aus der Kindheit,
Die sind auf einmal vorstellbar,
Denn die Eisblumen am Fenster,
Die sind jetzt wieder da!

Dass der Herrgott den Weg in den Himmel ihm bahne….
Aber bitte mit Sahne!

Vielen Dank, Udo… Deine Lieder werden bleiben.
Adieu, Chérie

eisblumen_2014_bwEisblumen – Foto von Larisa Koshkina

Kurz vor Weihnachten…

und wieder war es lange still hier. Wenn man nichts hört, ist alles gut. Das sagte ich mir so oft wegen der Kinder – scheinbar gilt auch für mich. Und eigentlich fehlt mir der Antrieb, großartig von den Veränderungen der letzten Wochen zu erzählen.
Wir haben Ende 2014 und 2009 habe ich eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, die letztlich Grundlage für alles ist, was ich seit Sommer 2009 getan oder geschafft habe. Die Krönung obendrauf ist der neue Job. Seit über 2 Jahren sitze ich hier an diesem Schreibtisch auf dem Feld am andere Ende der Start und ich gedenke hier zu bleiben. Die Art der Beschäftigung wechselte mehrfach, aber auch das ist jetzt vorbei. Alles ist gut.

Und besser geht es fast nicht – in JEDER Beziehung. Dass ich vor einigen Wochen noch einen Freund wiedergefunden habe, den ich 33 Jahre nicht gesehen habe, ist scheinbar die Zugabe. Dreiunddreißig Jahre!
Es gibt Menschen, die ich früher kannte und die ich heute nicht vermisse. Und es gibt die anderen, die ich sehr vermisse. Manche kommen leider nie wieder und andere trifft man per Zufall. Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Wunder, Schicksal?!
Man klärt kurzfristig die vor 33 Jahren ungeklärten Fragen und macht dann einfach an dem Punkt weiter, an dem man sich vor Jahrzehnten aus den Augen verloren hat. SO, genau so kann es weitergehen bitte. Danke.
Advent, Advent_1024
Da ich vor Weihnachten hier eher nichts mehr schreiben werde, wünsche ich Euch ruhige, entspannte Feiertage. Verbringt die Zeit mit Menschen, die Euch lächeln lassen…