wehte im Leipziger Hafen, dessen Existenz mir noch gar nicht so lange bekannt ist. Grund genug, um dort am Montag unter blauem Himmel mal kurz die Nase in den Wind zu halten… und für ein paar Momente konnte man sich wirklich einbilden, irgendwo am Meer zu sein.
Ein kräftiger Schluck Seeluft oder ein tüchtiger Spaziergang im Wind füllt zwar nicht die Seele mit Gnade, aber doch unseren Körper mit Sauerstoff, was das Nächstbeste ist.
Charles Haddon Spurgeon

An beiden Enden fehlt dem Hafen der Zugang zum großen Wasser, aber nur ein paar hundert Meter weiter beginnt der Karl-Heine-Kanal und auch auf der anderen Seite nach aussen zum Elster-Saale-Kanal sind es nur wenige Meter.
Der Hafen in Leipzig gehört zum Projekt Elster-Saale-Kanal und sollte auch mit dem Karl-Heine-Kanal, der eine Anbindung an die Weiße Elster hat, verbunden werden.
Baubeginn war im Mai 1938. Im Frühjahr 1943 wurden die Arbeiten eingestellt, wobei große Teile bereits fertiggestellt waren. Nicht fertiggestellt waren aber die Anbindungen an den Elster-Saale-Kanal sowie die Anbindung an den Karl-Heine-Kanal.
Vorgesehen waren zwei Umschlag-Hafenbecken mit je einer Länge von 1.000 m , einer Breite von 90 m und einer Tiefe von 6 m sowie zwei Industrie-Häfen nördlich der Umschlag-Becken.
Bis in die 1990er Jahre wurden die bereits fertiggestellten Speicher- und Lagergebäude des Hafens genutzt. Seitdem verfallen die Gebäude auf dem fast 40 ha großem Gelände zusehends.
Im Zuge des Projekts “Wasserstadt Leipzig” arbeitet man erneut an einem Ausbau des Lindenauer Hafens und an einem Anschluss an das europäische Wasserstraßennetz. Die Nutzung soll dabei vor allem im touristischem und freizeitlichem Gebiet liegen. Dabei sollen der Hafen, der Karl-Heine-Kanal und der Elster-Saale-Kanal ausgebaut, erneuert bzw fertig gestellt werden.
